Donnerstag, 2. Juni 2016

"BIN IM GARTEN"

Meine "geheime" Leidenschaft

MY SECRET GARDEN ...  QUILTS

Blogbeitrag "my secret garden" von Jacqueline Heinz  ART QUILT Wolfenbüttel



Meinen letzten Blogbeitrag  MYTHOS WALD  habe ich vor einigen Wochen - ja sogar Monaten geschrieben, als bei uns in den Bergen noch Schnee lag und im Garten nur die immergrünen Buchsbaumkugeln frisches Grün und Struktur in den Garten zauberten. In der Zwischenzeit ist der Frühling fast vorbei, die Natur wurde mal wieder "wie durch ein Wunder" durch Wärme, Licht und Sonnenstrahlen zum Leben erweckt. Die Beete sind prall gefüllt mit kräftigen Grünpflanzen, den letzten Frühlingsblumen und den ersten blühenden Sommerstauden. Bei uns im kühleren Norden hinkt die Blütezeit oft 1 bis 2 Wochen dem Süden hinterher.....
..... wenn Sie wissen möchten, wie es weitergeht und Bilder von meinen "secret garden" und dem Quilt im Garden sehen wollen, dann müssen Sie auf das kleine Wort "weiterlesen" links am Rand klicken .. :-))))



Blüte der faszinierenden JUNKERLILIE, die ich wegen ihrer wintergrünen filigranen graugrünen Blättern sehr schätze







Von meinem Studio habe ich einen perfekten Blick in den Garten und obwohl ich mich in den vergangen Jahren immer um das  KLEINOD  "bemüht" habe, war die Arbeit im Garten meist nur Pflichterfüllung. Es musste eben irgendwie ordentlich sein - Verblühtes und Laub entfernt werden und die Hecken ringsherum geschnitten werden.  Bis zu dem Tag vor ungefähr 3 Jahren, als ich erkannt habe, dass ohne wirkliche Leidenschaft, Planung und konsequentem Gebrauch von Spaten und Gartenschere, die Wildnis, die Unordnung und das Durcheinander an Farben und Pflanzen immer größer werden würde. 




In einem Interview für eine Textilzeitschrift habe ich einmal gesagt, dass meine Quilts aus einem Bedürfnis heraus entstehen zu gestalten und zu kreieren und dass meine Sehnsucht nach  HARMONIE,  AUSGEGLICHENHEIT und  SCHÖNHEIT  in meine Quilts mit einfließen. So habe ich einfach den Garten zum neuen Projekt erklärt  - er ist sozusagen zu meiner Atelier-Außenstelle geworden. 

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das erste Mal eine aus der Form geratene Staudenpflanze ausgegraben, zurückgeschnitten und geteilt habe. Ich hatte das Gefühl etwas Unerlaubtes zu tun und habe darauf gewartet, dass  MUTTER NATUR  mich dafür bestraft, indem die Pflanze im nächsten Frühjahr nicht mehr austreibt. 




Mittlerweile bin ich mutiger geworden. Ich lasse der Natur keinen freien Lauf mehr, denn dafür ist der Garten zu klein und die Anlage mit den großen Teichen und Wegen und den vielen Beeten zu unruhig. Ich gestalte die bereits vor Jahren schön angelegte Gartenfläche, als ob ich einen Quilt entwerfe würde. Die Ergebnisse lassen manchmal Monate auf sich warten, denn Pflanzen brauchen Zeit zum Einwachsen und Gedeihen und das stellt hin und wieder meine Geduld auf die Probe. 

Wenn ich jetzt im Frühsommer nach mehreren Stunden an der Nähmaschine ein Pause mache und in meiner grünen Atelieroase einen Kaffee trinke, mache ich bereits Notizen für den Herbst und den Frühling 2017 und denke darüber nach, welche Pflanze an einer anderen Stelle noch besser zur Geltung kommen würde, welche Frühlingsblumen mit den anderen Pflanzen in Farbe, Struktur und Höhe harmonieren könnten, welche Büsche und Bäume geschnitten werden müssen, damit die Blickachsen nicht zuwachsen und sich die verschiedenen Beete wie kleine Räume durch Korridore öffnen. 


Nach einer arbeitsintensiven Woche im Garten bin ich dann immer voller INSPIRATIONEN für neue Quilts. Meistens arbeite ich allerdings während der "bunten Gartenzeit" an farbreduzierten oder sogar an ganz weißen Quilts - so als ob meine kreative Seele einen minimalistischen Ausgleich sucht für die Fülle an Farben und Strukturen die mir aus dem Garten entgegen strömen. 

Ich möchte "DINGE" die mich umgeben, verändern und verbessern und ich liebe das Gefühl etwas mit meinen Händen zu gestalten. Der Vorher-Nachher-Effekt übt dabei einen ganz besonderen Reiz auf mich aus. Was den Garten betrifft, war ich sehr gespannt, wie sich die Veränderungen in der Bepflanzung und die Umgestaltung mehrerer Bereiche  im neuen Gartenjahr präsentieren.  

Weißer Riesen-Lauch ALLIUM  "Mount Everest" ... kurz vor der Blüte


Obwohl ich jetzt viel mehr Zeit in den Garten investiere, ist er für mich keine Belastung mehr - er  ist mein INSPIRATIONSORT für neue Quiltideen. Er bietet mir Luft zum Atmen, zum Nachdenken, zum Entwerfen und zum Bewundern und Entdecken der Natur. Er ist für mich Ausgleich und Bewegung nach stundenlangem Sitzen an der Nähmaschine und er ist eine Bereicherung für meine Fotosammlung und liefert mir zahlreiche Detailaufnahmen von Blumen, Blüten, Moosen und Flechten, Steinen und Mauern -  im Wandel der Jahreszeiten, die mich zu neuen  Quiltmotiven, Linien und Farbzusammenstellungen inspirieren, auch wenn im Garten nichts mehr grünt und blüht.  





Die Gartenpflanzenwelt ist meine  "GEHEIME LEIDENSCHAFT"  geworden - und das nächste Mal verrate ich euch, warum Rosen nur noch auf dem Teich und auf meinen Quilts blühen und nicht mehr im Gartenbeet. 

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Gartenzeit 

Eure Jacqueline Heinz






Kommentare:

  1. Liebe Jacqueline,
    Dein Garten sieht sehr harmonisch und interessant aus, da hast Du mehr als einen grünen Daumen und die Fotos sind sehr inspirierend.
    Der Quilt auf dem letzten Bild ist wie aus einem Guss mit Deinem Garten, so schön, darauf könnte ich "stundenlang" schauen.
    Danke, dass Du diese schönen Ansichten mit uns teilst.
    Viele Grüße
    Erika

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    1. Liebe Erika - es freut mich sehr, dass es dir gefällt. Herzlichen Dank für deinen schönen Kommentar. Lieber Gruß Jacqueline

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  2. Alles aus einem "Guss" - völlige Harmonie!
    Und sehr beruhigend!

    LG Luitgard

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  3. Liebe Jacqueline,
    einen wunderschönen Quilt hast Du wieder "gezaubert", er strahlt so richtig !
    Lg Gerlinde

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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